Rückblick · 15. Oktober 2026 · Zeche Zollverein

Denkzeche: Schichtwechsel für die KI

Wer kontrolliert die Daten, mit denen Unternehmen morgen arbeiten? Ein Abend über digitale Souveränität, KI ohne Datenabfluss und den Weg vom Piloten in den Betrieb.

01 · Einfahren

Am Ende jeder Schicht wurde übergeben.Bei KI bisher nicht.

KI ist in den Unternehmen angekommen. Offen ist, zu wessen Bedingungen. Wer Plattformen, Modelle und Datenwege nicht selbst bestimmt, gibt mit jedem Prompt Kontrolle ab. Am 15. Oktober ging es auf Zollverein um drei Fragen: Wie souverän ist die eigene KI-Strategie? Welche Daten erreichen das Modell? Und was braucht ein Pilot, um in den Regelbetrieb zu gehen?

02 · Fördern

Der Abend, Station für Station.

Jede Station gibt es in zwei Tiefen: Kurz für den Überblick, Vertiefen für Argumentation, Zahlen, Quellen und Abbildungen.

17:30 UhrStation 2 von 6ab 20:00 Uhr
Dirk Frauenhoff begrüßt die Gäste
17:30
Begrüßung

Die Schicht ist besetzt.

Dirk Frauenhoff, Chief Business Officer, mobilistics

Dirk Frauenhoff eröffnete den Abend mit dem Bild der Schichtübergabe und führte durch das Programm.

Sascha Pallenberg während seiner Keynote
17:40
Keynote

Warum KI zur Souveränitätsfrage wird

Sascha Pallenberg, Techblogger und Podcaster (MeTacheles)

Unter dem Titel „Zurück auf Los! Die Zukunft des Netzes und wir“ ging es von der Aufmerksamkeitsökonomie der Plattformen bis zur Frage, wie abhängig Europa und seine Unternehmen von wenigen globalen Anbietern geworden sind.

Kernaussagen
  • Digitale Souveränität bedeutet Wahlfreiheit: selbst entscheiden, Anbieter wechseln, handlungsfähig bleiben.
  • Wer Modelle, Cloud, Datenpfade und KI-generierten Code nicht versteht, skaliert womöglich einen Lock-in.
  • Ein schneller Prototyp ist noch kein souveränes Geschäftsmodell.
Vertiefen: Kapitel, Zahlen, Quellen und Abbildungen

Unter dem Titel „Zurück auf Los! Die Zukunft des Netzes und wir“ ging es von der Aufmerksamkeitsökonomie der Plattformen bis zur Frage, wie abhängig Europa und seine Unternehmen von wenigen globalen Anbietern geworden sind.

  1. 01

    Die Like-Ökonomie

    Plattformen belohnen Belanglosigkeit und bestrafen Substanz. Daraus ist eine eigene Industrie entstanden: inszenierte Katastrophen für Reichweite, vermietete Phone-Farmen, käufliche Likes. Algorithmen verstärken, was Reaktionen erzeugt.

  2. 02

    KI-Hype, KI-Blase und „AI Slop“

    Auf Messen wird KI-Hardware gefeiert, Rechenzentren in der Größe Manhattans sind in Planung. Dem stehen verzerrte Bildgeneratoren, KI-generierte Rührstücke, Spam-Netzwerke und vollautomatisch produzierte Videos gegenüber.

  3. 03

    Der Interface-Wechsel

    Von der Tastatur über die Maus zur natürlichen Sprache. Mit dem dritten Schritt verschiebt sich, wer den Zugang zu Information kontrolliert: Wer die Antwortmaschine besitzt, bestimmt, was gesehen wird.

  4. 04

    Plattformmacht und Abhängigkeit

    Meta, TikTok und Microsoft kontrollieren große Teile privater, kultureller und geschäftlicher Kommunikation. Gleichzeitig zeigen Gegenbewegungen, dass Unternehmen umsteuern.

  5. 05

    Souveränität wird konkret

    Der Internationale Strafgerichtshof ersetzt Microsoft durch eine Lösung aus Deutschland. Bayern hat einen geplanten Microsoft-Rahmenvertrag platzen lassen, Schleswig-Holstein setzt auf offene, lokale Lösungen.

Zahlen, Quellen, Abbildungen
rund 65 %
der Suchanfragen enden ohne Klick auf eine externe Seite
Quelle: SimilarWeb / SparkToro
Roman Raphael während seines Vortrags
18:45
Vortrag

Die KI-Nutzung, die Sie nicht sehen, ist die gefährlichste.

Roman Raphael, Leitung vectorpulse

Die Leitfrage: Können Sie garantieren, dass Ihre Daten nicht bei US-Behörden landen? Roman Raphael zeigte, was hinter dem Prompt passiert und wo Kontrolle wirksam wird.

Kernaussagen
  • Verbote machen KI-Nutzung unsichtbar, sie verschwindet nicht.
  • Verträge und europäisches Hosting schaffen Sicherheit auf dem Papier.
  • Was nicht rausgeht, kann niemand herausgeben: Kontrolle gehört vor das Modell.
Vertiefen: Kapitel, Zahlen, Quellen und Abbildungen

Die Leitfrage: Können Sie garantieren, dass Ihre Daten nicht bei US-Behörden landen? Roman Raphael zeigte, was hinter dem Prompt passiert und wo Kontrolle wirksam wird.

  1. 01

    Die Nutzung, die Sie nicht sehen

    Kein freigegebenes Werkzeug, ein zu stark eingeschränktes oder das schwächste am Markt: In allen drei Fällen weichen Mitarbeitende auf private Konten aus. Aus „erlaubt“ wird „privat“.

  2. 02

    Was hinter dem Prompt passiert

    Für private KI-Konten gibt es keine Subprozessorenliste. Ausgewählte Chats werden zur Prüfung abgezweigt, Menschen lesen mit. Wer den Verlauf löscht, löscht die Kopie nicht.

  3. 03

    Wer trotzdem zugreifen darf

    Rechenzentrum in Frankfurt und deutsche GmbH ändern nichts, solange eine US-Konzernmutter dahintersteht: Der CLOUD Act reicht über die Konzernstruktur hinein. Zwei von zwei Vorgängerabkommen zum Datentransfer sind gescheitert.

  4. 04

    Wie Sie die Kontrolle behalten

    Pseudonymisierung statt Weglassen: Das Modell sieht Platzhalter, die Zuordnung bleibt im Haus. Eine Schutzschicht mit Betrieb in Deutschland sitzt zwischen eigenen KI-Anwendungen und Modell-Anbietern. Live gezeigt mit vpchat und vpgate.

Zahlen, Quellen, Abbildungen
48 % / 24 %
nennen Datenschutz als Hemmnis, aber nur 24 % glauben, dass bei ihnen keine ungeprüfte KI-Nutzung stattfindet
Quelle: Bitkom 2026, n = 604
bis 3 Jahre
werden geprüfte Chats aufbewahrt, auch nach dem Löschen des Verlaufs
Quelle: Google Gemini Apps Privacy Hub
112
Einträge auf der Subprozessorenliste von Google Cloud
Quelle: Stand August 2026
Zum Ausprobieren · Re-Identifikation
Auch ohne Namen: Jedes Merkmal verkleinert die Treffermenge. Größenordnungen illustrativ.
800.000
mögliche Personen
  1. Geschäftsführer800.000
  2. Maschinenbau25.000
  3. 40 Mitarbeiter2.000
  4. Sitz im Allgäu40
  5. fährt einen 911er4
  6. Vorstand Schützenverein1
Die Schutzschicht: Klartext bleibt im Haus, an US- und EU-Modelle gehen nur Platzhalter.
Die Schutzschicht: Klartext bleibt im Haus, an US- und EU-Modelle gehen nur Platzhalter.
Dirk Frauenhoff während des Abschlussvortrags
19:15
Abschlussvortrag

Ist Ihr KI-Pilot bereit für die Skalierung oder nur für die nächste Demo?

Dirk Frauenhoff, Chief Business Officer, mobilistics

Ein geschützter KI-Zugang ist ein Anfang, noch keine Strategie. Um den sicheren Prompt legen sich Schichten, die bei der Skalierung beherrscht werden müssen: Datenkontrolle, Modellwahl, Integration, Identitäten, Betrieb und Kosten.

Kernaussagen
  • Persönliche Produktivität ist noch kein Business Case.
  • Ob ein Pilot skaliert, entscheiden Wert, Autonomie, Make vs. Buy, Architektur und Verantwortung.
  • Skalieren Sie erst, wenn fünf Fragen belastbar beantwortet sind.
Vertiefen: Kapitel, Zahlen, Quellen und Abbildungen

Ein geschützter KI-Zugang ist ein Anfang, noch keine Strategie. Um den sicheren Prompt legen sich Schichten, die bei der Skalierung beherrscht werden müssen: Datenkontrolle, Modellwahl, Integration, Identitäten, Betrieb und Kosten.

  1. 01

    Wert: Skalierung ist Kapitalallokation

    Vorhaben werden nach Geschäftswert, Umsetzbarkeit, Skalierbarkeit und Risiko bewertet. Gute KI-Steuerung zeigt sich auch darin, Vorhaben bewusst nicht zu finanzieren.

  2. 02

    Autonomie ist eine Risikoentscheidung

    Vier Stufen von „Mensch entscheidet“ bis „KI-Agent handelt“. Leitfrage: Wie teuer und wie reversibel wäre ein Fehler? Automatisierung ist Delegation.

  3. 03

    Make vs. Buy

    Standard kaufen, Kontext konfigurieren, Differenzierung selbst entwickeln.

  4. 04

    Architektur

    Produktionsreife entsteht in acht Schichten vom Erlebnis bis zur Infrastruktur, dazu Sicherheit und Identität sowie Betrieb und Governance als Querschnitt.

  5. 05

    Verantwortung

    IT kann die Plattform verantworten, den Geschäftswert muss der Fachbereich verantworten. Leitplanken zentral, Ergebnisverantwortung dezentral.

  6. 06

    Roadmap in drei Horizonten

    Befähigen, Integrieren, Skalieren. Jeder Horizont endet mit einem Gate: Sicherheit und erster Nutzen, dann tragfähiger Betrieb und Business Case, dann wirtschaftliche Skalierung.

Zahlen, Quellen, Abbildungen
80 % / 37 %
sehen bessere persönliche Produktivität, nur 37 % einen positiven EBIT-Beitrag
Quelle: McKinsey, The state of AI in 2026, n = 1.719
Vom sicheren Prompt zur souveränen Unternehmensfähigkeit.
Vom sicheren Prompt zur souveränen Unternehmensfähigkeit.
Acht Schichten einer produktionsreifen KI-Plattform.
Acht Schichten einer produktionsreifen KI-Plattform.
Migration in drei Horizonten mit datensouveränen Open-Source-Bausteinen.
Migration in drei Horizonten mit datensouveränen Open-Source-Bausteinen.
Senajla Ikic von der KLC-Group beim Spot On
19:45
Spot On

Soziale Projekte aus der Region

Özge Cakirbey und Gregor Schollmeyer (Levante e.V.), Senajla Ikic (KLC-Group)

Zwei Projekte stellten sich vor. Levante e.V. aus der Dortmunder Nordstadt startet die Workshopreihe „Social Media & Mental Health“ zu Medienkompetenz, Algorithmen, Dark Patterns und KI. Die KLC-Group setzt sich dafür ein, dass jedes Kind seine Träume verwirklichen kann.

Kernaussagen
  • Levante sucht Kontakte zu Jugendlichen und Fachkräften sowie finanzielle Förderung: levante-dortmund.de
  • KLC-Group: www.klc-group.de
Gäste beim Networking
ab 20:00
Ausklang

Gespräche über den Dächern des Ruhrgebiets

Erich-Brost-Pavillon

Ausklang bei Essen und Getränken im dreiseitig verglasten Pavillon.

03 · Waschen

Was nach dem Abend bestand hat.

Sascha Pallenberg

Digitale Souveränität heißt Wahlfreiheit: selbst entscheiden, Anbieter wechseln, handlungsfähig bleiben.

Roman Raphael

Was nicht rausgeht, kann niemand herausgeben. Wirksam ist die Kontrolle vor dem Modell.

Dirk Frauenhoff

Ob ein Pilot skaliert, entscheidet sich an fünf Managemententscheidungen, nicht im Modell.

Souveränität bedeutet nicht, alles selbst zu betreiben. Sie bedeutet, handlungsfähig zu bleiben.

Impressionen

Der Abend in Bildern.

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04 · Weitergeben

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Porträt von Roman Raphael

Roman Raphael

Leitung vectorpulse · Vortrag 18:45 Uhr
KI-Nutzung ohne Datenabfluss, vpchat und vpgate
Porträt von Dirk Frauenhoff

Dirk Frauenhoff

Chief Business Officer · Moderation und Abschlussvortrag 19:15 Uhr
IT-Strategieberatung, IT-, Cyber- und AI Executive Check

Allgemeine Fragen zur Veranstaltung: denkzeche@mobilistics.de

04 · Ihre Meinung

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0 · gar nicht10 · hervorragend
Zum Mitnehmen

Das Handout zum Abend

Alle Vorträge ausführlich, mit Zahlen, Quellen und Abbildungen. Dazu das Programm, die Projekte aus dem Spot On und die Fragen für die nächste Schicht.

PDF · 16 Seiten · 1,8 MB
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